Schlagkraft im Mischfuttermarkt

Klare Wachstumsstrategie beim Mischfutter

Zwei Zahlen, die die Schlagkraft der AGRAVIS im Mischfuttermarkt einordnen: In Deutschland werden jedes Jahr rund 23 Mio. Tonnen Mischfutter hergestellt. Die AGRAVIS und ihre Beteiligungsgesellschaften kommen mit ihren 27 nationalen Produktionsstätten auf eine Jahrestonnage von mehr 4,3 Mio. Tonnen. Zieht man die ausländischen Werke hinzu, waren es 2017 sogar rund 4,6 Mio. Tonnen. Diese führende Position in einem immer komplexeren Umfeld möchte die AGRAVIS gern behalten.

AGRAVIS als Lösungsanbieter

Die AGRAVIS sieht ihre Rolle als Futtermittelhersteller mit dem klaren Schwerpunkt auf dem deutschen Markt nicht nur darin, die Landwirte mit erstklassigen „Lebensmitteln“ für ihre Tiere zu versorgen. Sie versteht sich auch als Innovationsmotor und Lösungsanbieter. Deshalb wurden moderne Fütterungskonzepte entwickelt, die die Stickstoff- und Phosphorausscheidungen der Tiere reduzieren. Einen Beitrag zur Lösung der Nährstoffproblematik leistet auch die Biogasanlage der Terrasol GmbH im westfälischen Dorsten, wo zu 80 Prozent Wirtschaftsdünger verarbeitet wird. Zwei Beispiele, die zeigen, dass die AGRAVIS ihre Partnerschaft mit der Landwirtschaft ganzheitlich betrachtet.

Sie hat deshalb im Geschäftsjahr 2017 verschiedene Schritte eingeleitet, um sich zukunftsfähig im Markt zu positionieren. In einem Markt, der von tendenziell sinkenden Tierzahlen bei gleichzeitigem Aufbau noch weiterer Futtermittelkapazitäten gekennzeichnet ist.

Gewappnet für die Zukunft

Folglich wird es hier in den nächsten Jahren einen Verdrängungswettbewerb geben. Die AGRAVIS hat sich darauf eingestellt – einerseits durch verschiedene Kooperationsmodelle mit Genossenschaften, andererseits durch eine Wachstumsstrategie auch außerhalb ihres bisherigen Kernarbeitsgebietes. Deshalb hat die AGRAVIS zur Jahresmitte 2017 ihr Futtermittelgeschäft durch die Mehrheitsübernahme an den beiden ehemaligen Werken der RWZ Rhein-Main eG in Neuss und Wiesbaden weiter gestärkt. Die beiden RWZ-Werke beliefern Kunden im Rheinland, im Bergischen Land, in Westerwald und Eifel sowie in ganz Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland. Im bayrischen Markt ergaben sich ebenfalls Chancen im Mischfutter-Segment, die die AGRAVIS genutzt hat. So wird im Spezialfutterwerk in Straubing inzwischen auch Mischfutter hergestellt.



Biofutter und Mischfutter-Kooperationen

Das Biofuttersegment besetzt die AGRAVIS ebenfalls – wiederum in Form einer Kooperation, dieses Mal mit der Raiffeisen Hohe Mark Hamaland eG am Standort Gescher. Auf stabilem Fundament stehen auch die Mischfutter-Kooperationen mit regionalen Genossenschaften in Münster und Lingen sowie in Oldenburg.

Wie eng und zukunftsgerichtet die Zusammenarbeit in Münster ist, zeigte sich 2017 sehr deutlich an der gemeinsamen Investition in eine neue Mischlinie. Durch sie erhöht sich die Jahreskapazität des Werkes in Münster um 90.000 Tonnen. Abholende Genossenschaften können schneller bedient werden, die Wartezeiten für die Lkw reduzieren sich erheblich.

88 Prozent der in Deutschland verwerteten Futtermenge stammen aus inländischer Produktion.

Intensivierung der genossenschaftlichen Zusammenarbeit

In der Region Weser-Ems gibt es ein weiteres Vorhaben zur Intensivierung der genossenschaftlichen Zusammenarbeit: Die GS agri eG und der AGRAVIS Kraftfutterwerke Oldenburg GmbH überlegen, ihre Mischfutterbereiche in einer Produktionsgesellschaft mit Sitz in Oldenburg und einer Mischfuttergesellschaft mit Sitz in Schneiderkrug zusammenzuführen. Vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen im Mischfuttergeschäft wollen beide Seiten durch die Zusammenarbeit ihre gemeinsame Wettbewerbsposition verbessern, um dem Landwirt, weiterhin als kompetenter Futtermittellieferant zur Verfügung zu stehen. Das Vorhaben muss, sofern es die Zustimmung der Gremien findet, auch noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.