Genossenschaftliche Zusammenarbeit

AGRAVIS will den genossenschaftlichen Verbund stärken

Die AGRAVIS steht zum genossenschaftlichen Verbund. Sie sieht ihre eigene Rolle darin, über die regionalen Genossenschaften das Hoftor der Landwirte und die Menschen im ländlichen Raum zu erreichen. In dem zweistufigen genossenschaftlichen Modell will sie Großhändler sein für die Partner im Verbund, um gemeinsam mit den Primärgenossenschaften die Wertschöpfungskette zu bedienen. Diese genossenschaftliche Zusammenarbeit nach dem Prinzip „2 Stufen = 1 Prozess“ ist ein Alleinstellungsmerkmal im Marktumfeld und ermöglicht es, mit einem klaren Fokus auf die Kundenorientierung besser zu sein als der Wettbewerb. Erklärtes Ziel ist es daher, im Verbund gemeinsam mit den regionalen Raiffeisen-Genossenschaften das Geschäft auszubauen. Grundvoraussetzung dafür ist nach Überzeugung der AGRAVIS gegenseitiges Vertrauen in die Leistungsstärke des jeweils anderen.

Attraktive Rendite für Aktionäre

Genossenschaftliche Unternehmen halten über 60 Prozent der Aktienanteile der AGRAVIS Raiffeisen AG.

Im bisherigen Kernarbeitsgebiet der AGRAVIS (Norden, Westen und Osten Deutschlands) gibt es aktuell noch rund 110 Genossenschaften. Satzungsgemäß stellen die Genossenschaften und genossenschaftlichen Gesellschaften zugleich auch die größte Gruppe bei den Anteilseignern der AGRAVIS. Dafür erhalten sie jährlich eine attraktive Rendite. Zwischen 2005 und 2016 hat die AGRAVIS insgesamt 93 Mio. Euro an Dividendenzahlungen an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Mit einigen aktuellen Aktionären bestehen erfolgreiche Kooperationen, die zukunftsgerichtet sind und für alle Beteiligten die Wirtschaftlichkeit verbessern. Im Futtermittelsektor etwa durch die Beteiligungen von Genossenschaften an gemeinsamen Produktionsgesellschaften mit der AGRAVIS, im Bereich Raiffeisen-Märkte durch die Einbindung in das Kooperationssystem der TERRES Marketing + Consulting GmbH und den gemeinsamen Betrieb des Onlineshops raiffeisenmarkt.de.

Es gibt viele weitere Beispiele, so im Bereich Energie die Raiffeisen Energie GmbH & Co. KG für den Vertrieb von Strom und Gas, die Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH für den Vertrieb von Holzpellets oder die ENIRA Energie Raiffeisen GmbH, die in Teilen des Münsterlandes das regionale Geschäft für Heizöl und Diesel bündelt.



Erweiterung des Arbeitsgebiets nach Süddeutschland

Marktnähe, Kundenorientierung und Wachstum machen aber nicht bei den bestehenden AGRAVIS-Kunden und genossenschaftlichen Aktionären halt. Die AGRAVIS sieht sich als nationaler Agrarhändler und schaut daher verstärkt auch nach Süddeutschland. Dort ist die Strategie ebenfalls auf Langfristigkeit und Partnerschaft ausgerichtet. Die inzwischen erfolgreich angelaufenen geschäftlichen Aktivitäten und Kooperationen mit regionalen Genossenschaften zeigen, dass auch in Süddeutschland noch gutes Potenzial für die Stärkung des genossenschaftlichen Verbundes steckt. Eine Botschaft, die im Jahr des 200. Geburtstages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen deutlich macht, dass die genossenschaftliche Idee von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung auch heute noch äußerst attraktiv ist.


Interview mit Andreas Rickmers, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG

„Gemeinsam von erhöhter Schlagkraft profitieren“

Welchen Stellenwert hat eine Stärkung des genossenschaftlichen Verbundes für die AGRAVIS?

Genossenschaftliche Zusammenarbeit AGRAVIS Andreas Rickmers Andreas Rickmers, Vorsitzender des Vorstandes der AGRAVIS Raiffeisen AG

Andreas Rickmers: Die Stärkung des genossenschaftlichen Verbundes gehört zu den Kernzielen, die wir für die AGRAVIS innerhalb unseres Strategieprojektes „Hanse“ formuliert haben. Dieser Strategieprozess stellt den Kunden in den Mittelpunkt. Und die Genossenschaften gehören innerhalb des zweistufigen Modells zu unseren wichtigsten Kunden. Obendrein stellen sie unsere mit Abstand größte Aktionärsgruppe, sind also Miteigentümer der AGRAVIS. Weitergedacht bis zum Endkunden betrachten wir es als unsere Mission, gemeinsam mit den Genossenschaften die Landwirte durch das Angebot von integrierten Lösungskonzepten erfolgreich zu machen.

Was bedeutet das für die Kunden?

Rickmers: Für die Kunden bedeutet das, dass sie von der Marktkenntnis der AGRAVIS, der fachlichen Expertise einschließlich umfangreicher Beratungsleistungen, von den erstklassigen Produkten und der erhöhten Schlagkraft im Verbund profitieren werden. Wir wollen durch Verbindlichkeit, durch Marktnähe, durch Vertrauen im Verbund Kundenbeziehungen aufbauen und gemeinsam weiterentwickeln. Zum Wohle aller Beteiligten.

Warum richtet sich die AGRAVIS neu aus?

Rickmers: Fakt ist, dass sich der Markt – und speziell auch der deutsche Markt – in einer Konsolidierungsphase befindet. Wir gemeinsam – also wir im Verbund als Raiffeisen-Genossenschaften und AGRAVIS – wollen als Sieger aus diesem gerade laufenden Verdrängungswettbewerb hervorgehen. Wir haben uns in den vergangenen Monaten sehr intensiv im Rahmen einer sogenannten Benchmark-Studie auch mit unseren Wettbewerbern beschäftigt. Wir wollten schlicht und einfach wissen, was die wie machen, wie die ticken und wie wir als AGRAVIS im Vergleich mit diesen Wettbewerbern dastehen. Mit diesem Wissen, das auch in den Strategie-Prozess „Hanse“ einfließt, können wir nun Dinge anders und besser einschätzen.