Chancen der Digitalisierung

Digitale Lösungen mit hohem Kundennutzen

Die digitale Transformation gehört wie selbstverständlich zur modernen Landwirtschaft. Sie bietet große Potenziale – bei der Überwachung und Steuerung von Arbeitsabläufen, beim effizienten und ressourcenschonenden Einsatz von Betriebsmitteln oder der schnellen Bereitstellung von gezielten Informationen und Dokumentation von Betriebsdaten.

AGRAVIS nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung

Auch die AGRAVIS-Gruppe ergreift die Chancen der Digitalisierung. Schon seit einigen Jahren ist sie auf vielen Ebenen digital unterwegs. Beispiele hierfür sind Webshops, Apps wie die in 2017 neu auf den Markt gebrachte IQ-Feed und Smart-Farming-Module. Jetzt geht sie mit „myfarmvis“ einen Schritt weiter. Dieses Portal der Landwirtschaft schafft im Verbund mit Genossenschaften Mehrwerte für die Kunden. Auf der Basis moderner Technologien digitale Prozesse und Inhalte miteinander zu verknüpfen, also Kompetenzen in einem Portal zu bündeln, ist hierbei der Anspruch der AGRAVIS. Darin sieht sie den entscheidenden Vorteil für den Kunden.

66 Prozent der in Deutschland befragten Landwirte sehen die Digitalisierung als Chance.

„myfarmvis“ - das Portal für Landwirte

Digital, intuitiv und vernetzt: Als digitales Gesicht der AGRAVIS zum Kunden – neben der Website agravis.de, die in der zweiten Jahreshälfte 2018 relauncht wird – ist „myfarmvis“ ein umfangreiches Portal, das konsequent auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet ist. In „myfarmvis“ kann der Landwirt seine Betriebsabläufe auf einem Portal abbilden und gut strukturiert für die weitere Planung nutzen. Unterstützende Informationen stehen mit einem Klick zur Verfügung. Außerdem kann der Kunde das Portal ganz individuell auf seine Interessen konfigurieren.

Dort, wo der Landwirt über die Agrarzentren und Technik-Gesellschaften des Konzerns direkt mit der AGRAVIS Kontakt aufnimmt, bietet ihm das Portal ebenfalls handfesten Nutzen: Er bekommt ein Tool für das digitale Management seiner Betriebsabläufe und zugleich eine Informationsplattform. Er muss sich nur einmal einloggen und kann Transaktionsdaten für seine eigenen Managementsysteme automatisiert übernehmen.

Der Landwirt kann in „myfarmvis“...

  • ... auf das umfangreiche Expertenwissen der AGRAVIS zurückgreifen.
  • ... für sein Anliegen immer den richtigen Ansprechpartner finden.
Er...

  • ... wird individuell beraten und gezielt informiert.
  • ... profitiert vom direkten Kontakt mit dem regionalen Handelspartner.
  • ... bleibt stets „up to date“ und behält dabei immer die Datenhoheit.

Fachnachrichten für den Landwirt

Ein Newsfeed stellt ebenfalls interessenbasiert Nachrichten für den Nutzer bereit, beispielsweise Fachinformationen, Einladungen zu Veranstaltungen oder spezielle Produkt- und Dienstleistungsangebote. Relevante Börsenkurse werden ebenso im Portal bereitgestellt. Eine wichtige Funktion ist die Beleganzeige, die schon auf der Startseite die jeweils aktuellen Rechnungen und Gutschriften des Nutzers anzeigt. Auf einer Unterseite sind dann weitere Belege wie Lieferscheine oder Finanzbuchhaltungsposten zu finden. Auch seine individuellen Ansprechpartner sieht der Nutzer bereits auf der Startseite. Ein regionaler Spritzwetterbericht bietet eine solide Grundlage zur Planung von Pflanzenschutzapplikationen. Auf der Startseite werden außerdem aktuelle Veranstaltungshinweise präsentiert, die speziell zur Interessenauswahl des Nutzers passen. Zu bestimmten Veranstaltungen kann er sich auch direkt anmelden.



Zukünftig Abbildung aller Geschäftsbeziehungen zur AGRAVIS und zur Genossenschaft

In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Genossenschaften wurde „myfarmvis“ geboren und steht grundsätzlich allen interessierten Genossenschaften zur Nutzung für deren Kunden zur Verfügung. Eine individuelle Konfiguration wird bei Interesse bilateral abgestimmt.

Ziel ist es, dass der Kunde seine gesamten Geschäftsbeziehungen zur AGRAVIS bzw. zu seiner Genossenschaft über das Portal abbilden kann, um so den vollen Mehrwert zu erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird „myfarmvis“ ständig weiterentwickelt, zum Beispiel durch die Verbindung mit einer digitalen Ackerschlagkartei. Die innovative Technologie des AGRAVIS-Joint Ventures iXmap ermöglicht dann ein Flächenmanagement und eine Nährstoffverwaltung auf Profi-Niveau.

Auch alle Produkte und Dienstleistungen von NetFarming werden in „myfarmvis“ auswählbar sein

Über 2.000 Nutzer sind seit der Weiterentwicklung bei „myfarmvis” registriert.

Auch die inzwischen acht Produkte der AGRAVIS-Tochtergesellschaft NetFarming GmbH wurden durch die iXmap entwickelt. Module wie RTK-Korrekturdaten für Lenksysteme, die teilflächenspezifische Grunddüngung und Aussaatplanung verknüpfen technische Innovation mit pflanzenbaulichen Konzepten der AGRAVIS. Die Produkte und Dienstleistungen der NetFarming GmbH werden ebenfalls unter „myfarmvis“ verfügbar sein. Der Vorteil für den Kunden: Er muss sich nur in einem Portal einloggen.

Delos als Unterstützung bei den Herausforderungen der Düngeverordnung

Mit der Software Delos haben die AGRAVIS und ihr Partner Odas außerdem frühzeitig eine intelligente, kundenorientierte Online-Lösung auf den Markt gebracht, die Ackerbau- und Veredelungsbetrieben in Echtzeit einen Überblick über die Nährstoffbewegungen auf dem Hof bietet. Delos gibt auch Antworten auf die Herausforderungen der Düngeverordnung und erleichtert die Umsetzung der Stoffstrombilanz ganz erheblich. Delos soll ebenfalls an „myfarmvis“ angebunden werden.

Die AGRAVIS wird ihren digitalen Kurs zum Vorteil der Kunden konsequent fortsetzen.


Interview mit Maria-Johanna Schaecher, Mitglied des Vorstands der AGRAVIS Raiffeisen AG

Wo sehen Sie die größten Potenziale der Digitalisierung für den Agrarhandel?

Digitale Lösungen AGRAVIS Maria-Johanna Schaecher Maria-Johanna Schaecher, Mitglied des Vorstandes der AGRAVIS Raiffeisen AG

Maria-Johanna Schaecher: Der technologische Wandel bietet enorme Chancen für den Agrarhandel. Für die digitalen wie auch für die analogen Angebote gilt: Sie müssen auf die Belange der Kunden zugeschnitten sein und ihnen einen wirklichen Mehrwert bringen – das kann eine Steigerung der Effizienz als auch das Generieren von Zusatzerträgen sein. Bei den digitalen Angeboten muss zudem die Benutzerfreundlichkeit gewährleistet sein, denn gerade digitale Angebote sollen auch Spaß bringen. In der digitalen Welt hat der Kunde verstärkt die Möglichkeit, Preise und Leistungen verschiedener Anbieter zu vergleichen. Anbieter werden Schnittstellen zwischen den Produkten und Dienstleistungen entwickeln, um Potenziale möglichst umfassend zu heben. Erhebliche Chancen ergeben sich zudem aus der Skalierbarkeit von digitalen Geschäftsmodellen, auch mit Blick auf eine internationale Ausdehnung.

In welchen Bereichen bringt die Digitalisierung Ihrem Unternehmen schon heute konkrete Vorteile?

Schaecher: Die AGRAVIS Raiffeisen AG verfügt seit Jahren über Kompetenzen im digitalen Bereich. Dort bieten wir unseren Kunden die gleiche Beratungs- und Produktqualität wie an unseren Standorten in den verschiedenen Regionen Deutschlands. Die AGRAVIS ist sowohl im E-Commerce Bereich mit dem Onlineshop raiffeisenmarkt.de als auch im Bereich der Beratungs-Apps sehr gut aufgestellt. Beispiele sind die Pflanzenbau-App IQ-Plant oder unsere Angebote um die App IQ-Feed. Auch im Gebrauchtmaschinengeschäft sind wir seit Langem online sehr erfolgreich. Damit unsere Kunden gebündelt auf unser Leistungsangebot zugreifen können, haben wir auf der Agritechnica 2017 unser Kundenportal „myfarmvis“ in der Version 1.0 vorgestellt. Dieses Portal der Landwirtschaft schafft im Verbund mit Genossenschaften Mehrwerte für die Kunden. AGRAVIS verfolgt also eine klare Omnichannel-Strategie, Kunden können über sämtliche Vertriebswege auf alle unsere Dienstleistungsangebote zugreifen.

Daneben digitalisieren wir natürlich auch intern unsere Prozesse und Abläufe, um schlagkräftiger zu werden. Dies betrifft insbesondere die gesamte Supply Chain sowie das Management von Informationsdaten.

Welchen Stellenwert haben digitale Dienstleistungen und Beratungsangebote mit Blick auf das Kerngeschäft?

Schaecher: Sie sind längst ein wichtiger Teil des Kerngeschäfts. Denn Agrarhandel ist nur dann erfolgreich, wenn er die Kunden durch erstklassige Mitarbeiter, qualitativ hochwertige Produkte zu marktfähigen Preisen und eine fachlich versierte Beratung unterstützt. Ich bin davon überzeugt, dass digitale Dienstleistungen und Beratungsangebote unser Kerngeschäft erweitern und bereichern. Die Digitalisierung ermöglicht es, dass der Kunde von uns aktiv über die von ihm präferierten Kanäle kontaktiert und bedient wird – zum Beispiel E-Mail, Telefon, Smartphone, Fax, myfarmvis. Der persönliche Kontakt wird hierdurch allerdings nicht ersetzt, vielmehr kann die Zeit dabei effektiver genutzt werden. So können beispielsweise digital zur Verfügung gestellte Daten in einem Beratungsgespräch um eine langfristige Strategieplanung ergänzt werden. In einem Unternehmen wie der AGRAVIS Raiffeisen AG mit einem enorm hohen Dienstleistungsfaktor, mit Kundennähe, mit regionaler Stärke und internationaler Ausrichtung werden kompetente, motivierte Mitarbeiter das wichtigste Pfund bleiben. Sie bieten den Kunden überzeugende analoge und digitale Lösungen an. Unsere Kunden bestimmen, welche Angebote sie in welcher Form nutzen wollen.

Wie muss sich der Agrarhandel bei der Digitalisierung gegen branchenfremde Anbieter wappnen?

Schaecher: Ich glaube noch nicht an den Durchbruch durch branchenfremde Anbieter. Ich sehe vielmehr die etablierten Marktteilnehmer in der Pflicht, zeitnah digitale Mehrwert-Angebote für die Landwirtschaft bereitzustellen. Wir haben den Zugriff auf die Ware, wir haben die Informationen über und den Zugang zu den Kunden, wir haben basierend auf unserer langen Markterfahrung eine starke Beratungsleistung. Das alles müssen wir intelligent vernetzen, um digitale Angebote zu entwickeln. Ware, Kunden und Beratung sind Dinge, die branchenfremde Außenstehende aktuell in der Kombination nicht so schnell verfügbar machen können. Im Moment ist der Markt noch auf unserer Seite – wir müssen allerdings schnell sein, denn über kurz oder lang werden bisher Branchenfremde versuchen, einen Platz in der Neuaufstellung der Märkte zu erobern.